Zur Hauptnavigation. Zum Inhalt.

Zur Hauptnavigation. Zum Inhalt.

D. L. M. Mench

Autorin * Kinderbuchautorin * Tierrechtlerin

Kuh Bluebell und dlm mench - zurück zur Startseite

Gnadenhof-Hintergrundinfos

Peter interessiert sich nur für Computerspiele. Zusammen mit fünf anderen Stadtkindern wird er von seinen Eltern auf einen Gnadenhof in die Ferien geschickt, um etwas über Tiere zu lernen. Er richtet sich auf eine langweilige Woche ein. Doch es kommt ganz anders: Der Gnadenhof wird vom Hühnerbaron Miesmann bedroht. Er will dort eine Geflügelfarm bauen. Der Hof soll weg und dazu sind ihm alle Mittel recht. Die Kinder versuchen, sich und die Tiere zu schützen. Peter gelingt es mithilfe eines Computers, Hilfe zu organisieren. Als es zur Auseinandersetzung mit den Baufahrzeugen kommt, berichtet ein Kamerateam live vor Ort und mit Hubschrauber aus der Luft über die sich überstürzenden Ereignisse...

Das hast du in „Rettet den Gnadenhof“ gelesen.

Was du sonst noch über das Schicksal der Legehennen wissen solltest:

Bei der im Buch genannten Geflügelfarm, handelt es sich um eine so genannte Legebatterie. Das ist ein Gebäude, in dem sich Tausende von Legehennen, befinden. Tierschützer sprechen gerne vom „Hühnerknast“, denn diese Art der Hühnerhaltung ist nicht tiergerecht. Legebatterie außen

Wie kommt das Huhn überhaupt in eine Legebatterie?

Eine Legehenne lernt ihre Mutter nicht kennen, denn das Ei, aus dem sie stammt, wird in einem Brutkasten ausgebrütet. Am ersten Tag nach dem Schlüpfen werden die Küken aussortiert. Da Hähnchen keine Eier legen können, sind sie wertlos für den Betreiber einer Legebatterie. Sie werden in eine Maschine geworfen, die sie bei lebendigem Leibe zerschnitzelt. Oder sie werden durch giftiges Gas getötet.

Doch auch auf die kleinen Hennen wartet kein rosiges Schicksal. Sie werden für etwa fünf Monate entweder dicht an dicht in große Hallen oder sogar in Käfige gesperrt, in denen fast kein Licht ist. In dieser Zeit sollen sie sich zu Legehennen entwickeln. Wenn man bedenkt, dass ein Huhn nur eine bestimmte Anzahl von Hühnern (50) unterscheiden und sich merken kann, sieht es sich einer in voll gestopften Halle nur von Feinden umgeben. Viele Tiere sterben hier bereits durch den Stress oder Angriffe anderer Hennen.

Wie sieht der Alltag der Legehennen in einer Legebatterie aus?

Vermutlich sehr langweilig. Jeder Tag ist gleich. Es gibt keine Möglichkeit, sich zu beschäftigen. Normalerweise verbringen Hühner einige Zeit damit am Boden zu scharren und sich ihr Futter zusammenzupicken. Sie würden Nester bauen und ein Staubbad oder Sandbad nehmen. Sie würden laufen, rennen, flattern oder einfach auch nur einmal die Flügel ausstrecken. Alles das geht hier nicht. Hühner im Sandbad

Jeweils vier bis sechs Tiere sind in einen engen Drahtkäfig gesperrt. Dabei hat eine Henne nicht einmal soviel Platz wie ein DIN A4-Blatt. Durch den Stress oder wenn die Hennen sich nicht mögen, greifen sie sich gegenseitig an. Doch Wegrennen ist hier nicht möglich. Das unterlegene Tier ist schonungslos den Angriffen der anderen ausgesetzt. Kahle und entzündete Stellen sind die Folge. Auch Hautparasiten wie Milben befallen die Hühner. Die Federn gehen ihnen aus. Viele Hühner sind am Ende ihrer Leidenszeit fast nackt.

Damit die Hühner sich nicht zu sehr verletzen können, kürzt man ihnen den oberen Teil des Schnabels. Der untere Teil erscheint dadurch verlängert und sieht einem Löffel ähnlich.

Hühner stecken ihre Köpfe durch die GitterstäbeDer Boden des Käfigs ist nicht gerade, sondern so geneigt, dass die Eier nach vorne auf ein Förderband rollen können.

Hühner sitzen dicht gedrängt in LegebatterieBis zu acht Käfige sind übereinander aufgestellt.

Die Hühner sehen in den abgedunkelten Hallen nie das Tageslicht.

Ca. 15 Monate müssen sie so verbringen. Wenn sie nicht mehr so viele Eier legen können, werden sie „ausgestallt“. Das bedeutet, sie werden in Transportkisten gepackt. Häufig kommt es beim Umsetzen von den Käfigen in die Transportbehälter zu Verletzungen und sogar zu Knochenbrüchen.

Auch hier sind aus Kostengründen wieder viel zu viele Hennen in einer Kiste. Die Kisten werden auf einem LKW gestapelt. Die Reise geht nicht etwa in die Freiheit, sondern zum Schlachter. Dort werden sie zu Suppenhühnern verarbeitet.

So endet das Leben einer Henne schon nach einer kurzen Zeit, wobei man hier von „Leben“ eigentlich nicht sprechen kann, wenn man die Lebensumstände bedenkt. Ein Huhn könnte eigentlich um die 20 Jahre alt werden, wenn der Mensch es nicht vorher schlachtete.

Wieso legen die Hennen fast jeden Tag ein Ei?

Wenn ein Huhn ein Ei legt, wird es in ein warmes Nest gelegt und ausgebrütet. Wie man es aus Stadtparks bei Enten am Teich kennt, würden die Hühnerküken dann mehrere Wochen dicht bei ihrer Mutter bleiben. Die angehende Mutter kann nicht ständig auf den Eiern sitzen, denn schließlich muss sie selbst auch fressen und trinken. Wenn sie unterwegs ist, kann es vorkommen, dass die Eier von anderen Tieren aus dem Nest gestohlen werden. Dann legt das Huhn ein neues Ei und brütet dieses aus.
Der Mensch hat sich dieses Verhalten zunutze gemacht. Weil er dem Huhn die Eier immer wieder wegnimmt, muss es fast täglich ein Ei legen. Das macht das Huhn auf Dauer krank. Eierschalen bestehen aus dem Mineral „Kalzium“. Kalzium wird in großen Mengen zum Ei abgezweigt, so dass das Huhn selbst nicht mehr genügend davon bekommt. Die Knochen der Henne werden schwach und brechen leicht.

Wieso ist es erlaubt, den Legehennen solches Leid anzutun?

Weil es um Geld geht. Die Betreiber von Legebatterien wollen möglichst viel Geld verdienen. Je mehr Hennen man auf möglichst wenig Raum halten kann, desto geringer sind die Kosten. Deshalb setzen sie die Politiker unter Druck, sobald diese die Situation der Legehennen verbessern wollen.

Außerdem haben wir selbst Schuld, wenn wir immer wieder Eier aus tierfeindlichen Haltungsformen kaufen. Denn solange jemand Geld für diese Eier bezahlt, werden sie auch produziert.

Was passiert, wenn ein Huhn aus einer Batterie ein neues Zuhause findet?

Huhn genesendAb und zu wird ein Huhn von Tierschützern aus der Legebatterie befreit oder jemand kauft dem Betreiber ein paar Hühner ab, wenn sie ausgestallt werden.

Genesendes Huhn mit FreundenMan muss dann ganz behutsam mit dem Huhn umgehen. Es ist von den neuen Eindrücken erschrocken. Zunächst muss sich das Huhn an das Tageslicht gewöhnen. Es hat bisher noch nie die Sonne und den Himmel gesehen oder erlebt, wie sich Regentropfen anfühlen. Wenn es zum ersten Mal auf den Boden gesetzt wird, krümmt es sofort die Zehen und sucht nach Halt, denn bisher hat es nur auf dem schiefen Drahtboden gesessen. Oft kann es nicht richtig laufen, denn die Nägel sind viel zu lang geworden. Außerdem sind die Beinmuskeln durch den Mangel an Bewegung nicht stark genug, um auf eine Sitzstange zu springen. Das Huhn schläft die ersten Nächte auf dem Boden.

Wahrscheinlich ist ihm nachts kalt, denn es hat ja viele – wenn nicht sogar alle – Federn verloren. Wenn so ein fast nacktes Huhn sich tagsüber in der Sonne aufwärmen will, kann es leicht einen Sonnenbrand bekommen.

Hühner an einer TränkeIm Laufe der Zeit verheilen die Wunden und die Federn wachsen nach. Auch der Schnabel bekommt durch die Betätigung in der freien Natur allmählich seine alte Form zurück. Die Henne erkundet ihre Umgebung und ist weniger ängstlich.

Wenn ein Huhn zu einer bereits bestehenden Herde dazu kommt, dauert es ein wenig, ehe die Rangordnung geklärt ist und es fester Bestandteil der Herde wird.Hühner im Freiland

Was kannst du für die Legehennen tun?

Am besten ist es, ganz auf Eier zu verzichten. Der Mensch braucht Eier nicht für seine Ernährung. Im Gegenteil, zu viele Eier machen ihn sogar krank. Man kann auch prima Kuchen ohne Eier backen oder leckere Aufläufe machen. Dazu gibt es Ei-Ersatzprodukte, über die man sich im Reformhaus oder im Bioladen informieren kann.

Ganz wichtig ist es, auf Fertiggerichte oder Backmischungen zu verzichten, die Eier enthalten. Die dort verwendeten Eier stammen fast immer aus der Batteriehaltung.

Wer aber unbedingt Eier kaufen möchte, sollte auf jeden Fall Eier aus Freilandhaltung kaufen.

Allerdings kann man auch dabei kein 100 % gutes Gewissen haben, denn auch die Brüderchen dieser Hennen wurden aussortiert und wie oben beschrieben getötet. Außerdem mussten auch diese Legehennen die Qual der Aufzucht in voll gestopften und dunklen Hallen über sich ergehen lassen.

Vielleicht kannst du das Thema in der Schule anregen? Vielleicht kannst du im Unterricht einen Vortrag darüber halten? Oder vielleicht kann deine Klasse jemanden einladen, der zu Schulstunde darüber spricht?

Sprich auf jeden Fall mit deinen Eltern, deinen Großeltern und Freunden darüber und berate sie beim Einkauf!

Wie erkennt man beim Kauf, woher die Eier kommen?

Per Gesetz müssen Eier heute einen Stempel tragen. Dieser besteht aus Nummern und Buchstaben. Das sieht etwa so aus: 1-DE-0212341

Die erste Ziffer steht für die Haltungsform. Die Buchstaben danach für das Land, aus dem die Eier kommen, wobei z.B. „DE“ Deutschland und „AT“ Österreich bedeutet. Anhand der Ziffern nach den Buchstaben kann man erkennen, aus welchem Betrieb die Eier stammen.

Wichtig ist hier also nur die erste Nummer.

0 bedeutet Ökologische Erzeugung:

Das heißt, die Hühner haben Auslauf, ein Sandbad und bekommen Futter aus ökologischem Anbau.

1 bedeutet Freilandhaltung

Hier haben die Hennen Auslauf und die Möglichkeit ein Staubbad zu nehmen.

2 steht für Bodenhaltung

Die Hennen bleiben ausschließlich im Stall. Meistens drängen sich bei dieser Haltungsform Tausende von Hühnern in einem abgedunkelten Stall. Diese Haltung ist nicht gerade tierfreundlich.

3 steht für Käfighaltung

Eier mit der Ziffer 3 bedeuten grundsätzlich Hühnerknast. Auch wenn sie billiger erscheinen, sind sie kein „Schnäppchen“, denn man trägt mit seinem Geld direkt zum Leiden der Tiere bei.


Was sind „ausgestaltete Käfige“ oder „Kleinvolieren“?

Ein „ausgestalteter Käfig“ ist ein Käfig, in dem sich neben Sitzstangen noch ein Nest und Nest und ein Staubbad befinden. Nach wie vor wären die Hennen hier aber eingesperrt, könnten nicht flattern und hätten kein Tageslicht. Studien haben ergeben, dass die Legehennen auch bei diesem System ihre natürlichen Bedürfnisse nicht befriedigen können. Das ist also auch nicht besser als die Legebatterie.

Die „Kleinvoliere“ ist einfach ein etwas größerer Käfig. Auch hier haben die Hennen keine Möglichkeit, ihre Flügel auszustrecken oder gar zu flattern. Diese Haltungsform ist genauso schlimm wie eine Legebatterie.

Grundsätzlich gilt: Unbedingt auf den Stempel auf dem Ei schauen, denn auf den Packungen wird oft mit irreführenden Begriffen wie „Landeier“, „Bauerneier“ und „Direkt vom Erzeuger“ geworben.

Banner informiert über Aufdruck auf Eiern

Wem Hühner und seine Gesundheit also wirklich am Herzen liegen, der verzichtet auf Eier!

Übrigens auch Brathähnchen, Puten, Enten und Gänse stammen in den wenigsten Fällen aus Freilandhaltung. Auch das kannst du deiner Familie und deinen Freunden weitersagen.

Wie man mit Tieren gemeinsam lebt und Widerstand gegen die Eierindustrie leistet, führen die Kinder in Rettet den Gnadenhof vor.

Valid XHTML 1.0! . Valid CSS!